Seminar Nr. 119/2018

Wenn der Elefant ein Panzer sein kann

Arbeiten mit (traumatisierten) geflohenen Kindern und ihren Familien

 


Zielgruppe:
Fachkräfte aus der Eltern- und Familienbildung und -beratung, aus Familienzentren und Kitas, Fachberatungen und andere Interessierte


Ziel:
Die Teilnehmenden werden in die Lage versetzt, Ressourcen von (traumatisierten) geflohenen Kindern und ihren Familien zu erkennen und zu nutzen. Sie beraten sich kollegial und vernetzen ihre Kompetenzen und ihr Wissen.  Sie erarbeiten, wie Einrichtungen sich verändern müssen, um angemessen auf die Bedarfe von geflohenen Familien eingehen zu können. Sie werden sicherer in der Arbeit mit (traumatisierten) Kindern und ihren Familien und erkennen Grenzen der eigenen Handlungsfähigkeit.


  
Inhalt:
In den ersten sechs Monaten 2016 wurden 396.947 Asylanträge in Deutschland gestellt, davon ca. ein Drittel (29%) von Kindern unter 16 Jahren. Fast drei Viertel dieser Kinder war unter 11 Jahre alt, also im Krippen-, Kindergarten- und Grundschulalter. Damit sind Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung und -beratung, Familienzentren und Kitas gefordert, sich auf diese Kinder einzustellen, die unterschiedlichsten Ressourcen und Erfahrungen mitbringen.

 

Die Seminarreihe ist praxisorientiert und 
- liefert Fakten und Hintergründe über geflohene Kinder und ihre Familien in Deutschland,
- vermittelt Grundlagen  der Traumapädagogik,
- befähigt zu Handlungskompetenz im Umgang mit traumatisierten Familiensystemen,
- führt zielgruppenspezifisch in die Diskussion um interkulturelle Öffnung und Kompetenz ein
- stellt Beispiele guter Praxis und interkulturelle Materialien vor
- ermöglicht den kollegialen Austausch und das Knüpfen von Netzwerken,
- benennt politischen Handlungsbedarf

 

 

Thematische Inhalte der einzelnen Module


Modul 1: Geflohene Kinder in der Einrichtung mit:

- Sensibilisierungsübungen für die Lebenslagen von Geflohenen
- die UN- Kinderrechtskonvention
- Daten und Fakten zu Kinderflüchtlingen
- Das Asylverfahren
- rechtliche Rahmenbedingungen des Kitabesuchs von geflohenen Kindern
- Film
- Auseinandersetzung mit dem Begriff „Kultur“ und der eigenen Haltung dazu
- Einführung in die Diskussion um interkulturelle Öffnung und Kompetenz und Transfer in den eigenen
  Alltag über Arbeitsgruppen
- Herausfordernde Kommunikationssituationen benennen und anhand des Modells der  
  interkulturellen Kommunikation bearbeiten
- Kommunikationsprobleme aufgrund einer fehlenden gemeinsamen Sprache – Reflektion zur Arbeit
  mit Dolmetscher_innen
- Auseinandersetzung mit der Diskussion um Flucht und Asyl und erlebten Vorbehalten und
  Vorurteilen

 

Modul 2: Grundlagen der Traumapädagogik mit:

- Reflektion der Praxisanker-Aufgabe
- Einführungspräsentation zu Trauma, Stress und Krisen und die Auswirkungen auf Kinder in  
  verschiedenen Entwicklungsstufen. Unterscheidung in aktuelle und posttraumatische  
  Belastungsstörungen, sowie typische Reaktionsmuster.
- Kleingruppenarbeit zur eigenen Bewältigung von Krisen und dessen, was als hilfreich erlebt wurde.
  Welcher Krisentyp bin ich? Ausloten des möglichen Transfers der eigenen  
  Bewältigungsmechanismen auf die Praxis in der Kita.
- Flucht, Vertreibung und Krieg als Auslöser von Traumata verstehen. Fallbeispiele aus der Arbeit mit
  Flüchtlingskindern verknüpft mit systemischen Methoden zur Ressourcenfindung.
- Input zu Resilienz und Krisenkompetenz – auf die Haltung kommt es an. Analyse der bisherigen
  guten Praxis und Anregungen für die professionelle Weiterentwicklung.
- Umgang und Unterstützung für das traumaorganisierte Familiensystem – häufig sind nicht nur die  
  Kinder betroffen, sondern auch die Eltern. Gruppenarbeit zur Entwicklung der Kita als sicheren Ort  
  für alle Beteiligten.
- Auswirkungen der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Erwachsenen auf die Fachkraft und auf die  
  Einrichtung. Sekundäre Traumatisierung als Ausgangspunkt zur eigenen Unterstützung und
  dauerhaften Wahrung der Professionalität.
- Kleingruppenarbeit zur Erarbeitung von Möglichkeiten guter Praxis auf der Einrichtungs-, Team- und
  der individuellen Unterstützungsebene für betroffene Kinder und deren Eltern.

 

Modul 3: Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung und ressourcenorientierte Kooperation mit Eltern mit:

- Reflektion der Praxisanker-Aufgabe
- Vorstellung des Ansatzes der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung (Louise Derman-Sparks  
  und Kinderwelten)
- Arbeitsgruppen zum Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung und Einsatz in der
  Praxis
- Vorstellen von Büchern und Spielmaterialien für die pädagogische Praxis
- Vorstellung guter Praxis
- ressourcenorientierte Erziehungspartnerschaft mit geflohenen Eltern
- Informationen über bestehende Netzwerke und Arbeitsgruppen zu wünschenswerten Kooperationen
- Auswertung der Seminarreihe 

 

 

Arbeitsformen:
Input, Kleingruppenarbeit, Fallbeispiele, kollegialer Austausch, Materialvorstellung, Filme

Zwischen den einzelnen Seminaren werfen wir „Praxisanker“, indem es kleine Aufgaben für den Transfer in den Alltag gibt.

 

 

Referentinnen:
Petra Baumgärtner
freiberufliche systemische Beraterin, Therapeutin und Supervisorin mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Erwachsenen im interkulturellen Kontext

Sabine Kriechhammer-Yağmur
Referentin für Eltern- und Familienbildung, interkulturelle Trainerin, Paritätisches Bildungswerk BV

sowie Gäste zu einzelnen Seminaren, z.B.: Judit Costa, Referentin im Netzwerk Kinderrechte der National Coalition zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention

 

 

Termine:
Modul 1:    10.12. - 12.12.2018
Modul 2:    20.03. - 22.03.2019
Modul 3:    12.06. - 14.06.2019

 

Zeiten:
1. Tag 10:30 – 18:00 Uhr (60 Minuten Mittagspause, 15 Minuten Kaffeepause am Nachmittag)
2. Tag 09:00 – 18:00 Uhr (60 Minuten Mittagspause, 15 Minuten Kaffeepause am Vor- und Nachmittag)
3. Tag 09:00 – 15:30 Uhr (60 Minuten Mittagspause, 15 Minuten Kaffeepause am Vor- und Nachmittag)
(die reine Veranstaltungszeit pro Seminar beträgt 19 Zeitstunden)

 

Veranstaltungsort: hoffmanns höfe, Frankfurt am Main

 

Teilnahmebeitrag: EUR 675,00 €, Tagesverpflegung 225,00 €
Die Veranstaltung kann nur mit Tagesverpflegung gebucht werden. Ratenzahlung kann vereinbart werden.

 

 

Anmeldeschluss: 15.09.2018


Übernachtung: siehe linkhoffmanns höfe

 



Kontakt:
Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e.V.
Heinrich-Hoffmann-Straße 3
60528 Frankfurt am Main
phone 069/6706-252, Fax: 069/6706-203
mailfobi@pb-paritaet.de

 

 


linkAnmeldung

 

 

 

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