Online-Seminar Nr. 215-2026
„Parental Alienation Syndrome (PAS)” in der Kritik: Warum diese „Theorie” im Familienrecht keinen Platz haben sollte
Termine
Modul 1: 30.09.2026
Modul 2: 04.11.2026
Ort
online über Zoom
Bitte geben Sie im Anmeldeprozess Ihren Träger (bei privater Rechnungsadresse bitte im Feld "Funktion") und Ihre berufliche E-Mailadresse mit an. Anmeldung ohne diese Angaben können nicht berücksichtigt werden.
Ziele der Veranstaltung:
Langfristige Folgen für Kinder und Familien sichtbar machen: Eine Analyse der nachhaltigen psychologischen und sozialen Auswirkungen gerichtlicher Entscheidungen unter dem Einfluss von „PAS“.
Diese Seminarreihe bietet eine vertiefte kritische Betrachtung des Konzeptes „PAS“ und dessen Anwendung im Kontext von Familiengerichtsverfahren.
Zielgruppe:
Diese Seminarreihe richtet sich an Fachkräfte im Bereich Familienrecht, Psychologie und Sozialarbeit, die an einem kritischen Diskurs über „PAS“ und seinen tatsächlichen Auswirkungen interessiert sind.
Veranstaltungsformat:
Die Veranstaltung findet online statt und umfasst zwei aufeinander aufbauende Termine von jeweils 2,5 Stunden. Neben fachlichen Inputs bietet die Seminarreihe Raum für Fragen und fachlichen Austausch.
Anmeldeschluss ist der 9. September 2026.
Am Mittwoch, den 30.09.2026 von 14:00 bis 16:30 Uhr.
In diesem ersten Teil unserer Seminarreihe setzen wir uns kritisch mit der Anwendung der Theorie des Parental Alienation Syndrome („PAS“) in familiengerichtlichen Verfahren auseinander.
Zur Vorbereitung empfiehlt es sich folgenden Artikel von Janin Zimmermann, Jörg Fichtner, Sabine Walper, Ulrike Lux, Heinz Kindler aus der ZKJ (2023) zu lesen: https://sicher-aufwachsen.org/uploads/files/Whitepaper_Eltern-Kind-Entfremdung_ZKJ_Reguvis.pdf
Themen:
zur Dynamiken konflikthafter Trennungsfamilien und die Situation der Kinder
Wie manipulierbar sind Kinder?
Rechtliche Rahmenbedingungen: Überblick über die gesetzlichen Grundlagen im Umgang mit „PAS“.
Kritische Analyse der „PAS“-Anwendung: Diskussion der wissenschaftlichen Grundlagen, der Kritikpunkte und der praktischen Umsetzungen in gerichtlichen Verfahren.
Zum Umgang mit Gewaltvorwürfen im Kontext von „PAS“.
Referent:innen:
Prof. Dr. Sabine Walper: Diplom-Psychologin, ehem. Direktorin des Deutschen Jugendinstitut (DJI), Professorin für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Ludwig Salgo: Seniorprofessor, Fachbereich Erziehungswissenschaften und apl. Professor am Fachbereich Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Am Mittwoch, den 4.11.2026 von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr.
Der zweite Teil unserer Seminarreihe fokussiert sich auf die praktischen Erfahrungen von Betroffenen und die direkte Kritik an „PAS“.
Themen:
Erfahrungsberichte aus der Praxis: Authentische Berichte aus der Beratung zeigen die realen Auswirkungen dieser Theorie auf Familien.
Fallstudien und Praxisanalysen: Untersuchung realer Fälle, die verdeutlichen, wie PAS-Theorien das Leben von Kindern und ihren Familien beeinflussen.
„Kritik an richterlichen Entscheidungsfreiheiten“: Diskussion über die Konsequenzen unkontrollierter richterlicher Entscheidungen und deren oft gravierenden Einfluss auf Betroffene.
Beitrag von Christina Mundlos: "Warum das Narrativ des Parental-Alienation-Syndrome bis heute wirkt und Gewaltschutz verhindert und was wir stattdessen brauchen“
Das größte Hindernis für die Umsetzung von Gewaltschutz für Mütter und ihre Kinder stellt die fortwährende Wirkmacht misogyner Narrative wie dem "Parental-Alienation-Syndrome" dar. Zwar hat das Bundesverfassungsgericht bereits 2023 geurteilt, dass PAS als fachwissenschaftlich widerlegt gilt. Verfechter des Konzeptes verwenden es dennoch weiterhin, um Gewaltschutz auszuhebeln - teilweise versteckt hinter anderen Begrifflichkeiten.
Gewaltopfer erhalten in der Folge oft nicht nur keinen Schutz. Vielmehr wird die Gewalt gefördert und manchmal werden die Kinder vollends dem Täter ausgeliefert und von dem sicheren Elternteil getrennt.
Ich gehe der Frage nach: Woran können Fachkräfte diese Täter-Opfer-Umkehr erkennen? Darüber hinaus stelle ich Lösungswege dar, die ich bereits mit meiner Gewaltschutz-Petition im Mai im Bundesjustizministerium besprochen habe und die ich im Juni auch in meiner Stellungnahme zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland an den Europarat thematisiert habe.
Beitrag von Viola Worsch: Praxis in deutschen Familiengerichten – Perspektiven von Frauen und Kindern in hochstrittigen Verfahren
Die sogenannte Hammer-Studie hat auf Grundlage von Gerichtsakten die Praxis deutscher Familiengerichte untersucht und insbesondere den Umgang mit Gewaltvorwürfen sowie die Situation betroffener Frauen und Kinder beleuchtet. Parallel dazu hat das Bundesjustizministerium Reformvorschläge für das Familienverfahrensrecht vorgelegt.
Doch wie erleben Frauen und Kinder familiengerichtliche Verfahren tatsächlich? Was geschieht, wenn ihren Aussagen nicht geglaubt wird, Umgangskontakte gegen ihren Willen angeordnet werden oder Verfahren über Jahre andauern? Welche Auswirkungen haben gerichtliche Entscheidungen und institutionelle Abläufe auf die Betroffenen?
Rechtliche Handlungsmöglichkeiten
Unterstützung durch Anwält:innen und Jugendämter
Finanzielle Belastungen langer Verfahren
Rolle von Psycholog:innen und Beratungsstellen
Bedeutung von Schule und Kita
Beteiligung und Anhörung von Kindern
Erfahrungen von Kindern mit Gerichten und Behörden
Kurz- und langfristige Folgen für Kinder
Referentinnen:
Christina Mundlos (Soziologin), ist Coachin für Mütter, feministische Autorin und Expertin für Gewalt und Diskriminierung von Müttern. Ihr beruflicher Weg begann mit einem Studium in Kassel mit den Schwerpunkten Rhetorik, Geschlechterforschung und Soziologie. Seit 2008 setzt sie sich für die Belange von Müttern ein und begleitet sie mit ihrer Beratung auf ihrem individuellen Weg. Als Gleichstellungsbeauftragte engagierte sie sich gemeinsam mit Betroffenen im Kampf gegen Gewalt, Benachteiligung und strukturelle Diskriminierung. Ihre Arbeit verbindet fachliche Expertise mit langjähriger praktischer Erfahrung in der Unterstützung und Stärkung von Müttern.
Viola Worsch: Ist seit 2012 ehrenamtliche Außenstellen-Leiterin für den Weissen Ring e.V. im Ilmkreis. (südlich von Erfurt) und hilft Frauen, die aus Gewaltbeziehungen kommen. Das macht mehr als 80 % ihrer Arbeit aus. Zudem hat sie eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen zu dem Zweck, dass Frauen aus Gewaltbeziehungen, die in Sorge- und Umgangsrecht-Verfahren stecken, sich gegenseitig helfen und Tipps geben können.
Kooperationsveranstaltung mit
Referent:innen:
Prof. Dr. Sabine Walper: Diplom-Psychologin, ehem. Direktorin des Deutschen Jugendinstitut (DJI), Professorin für Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Ludwig Salgo: Seniorprofessor, Fachbereich Erziehungswissenschaften und apl. Professor am Fachbereich Rechtswissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Christina Mundlos (Soziologin), ist Coachin für Mütter, feministische Autorin und Expertin für Gewalt und Diskriminierung von Müttern. Ihr beruflicher Weg begann mit einem Studium in Kassel mit den Schwerpunkten Rhetorik, Geschlechterforschung und Soziologie. Seit 2008 setzt sie sich für die Belange von Müttern ein und begleitet sie mit ihrer Beratung auf ihrem individuellen Weg. Als Gleichstellungsbeauftragte engagierte sie sich gemeinsam mit Betroffenen im Kampf gegen Gewalt, Benachteiligung und strukturelle Diskriminierung. Ihre Arbeit verbindet fachliche Expertise mit langjähriger praktischer Erfahrung in der Unterstützung und Stärkung von Müttern.
Viola Worsch: Ist seit 2012 ehrenamtliche Außenstellen-Leiterin für den Weissen Ring e.V. im Ilmkreis. (südlich von Erfurt) und hilft Frauen, die aus Gewaltbeziehungen kommen. Das macht mehr als 80 % ihrer Arbeit aus. Zudem hat sie eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen zu dem Zweck, dass Frauen aus Gewaltbeziehungen, die in Sorge- und Umgangsrecht-Verfahren stecken, sich gegenseitig helfen und Tipps geben können.
Veranstaltungsort:
online über Zoom
Seminarzeiten:
jeweils 14:00-16:30 Uhr
Teilnahmebeitrag:
50,- €
Sie haben Fragen? Melden Sie sich gerne bei uns!
Jasmin Fellmann
Seminarorganisation
Fachliche Fortbildung
Marc Melcher
Bildungsreferent
Fachliche Fortbildung, Eltern- und Familienbildung, Leitung Fachstelle Jungenarbeit Hessen und Projekt „1coolermove“
Eine Absage muss schriftlich erfolgen. Bis 4 Wochen vor Seminarbeginn entstehen keine Kosten; bis 2 Wochen vor Seminarbeginn erheben wir eine Bearbeitungsgebühr von 30,- €. Bei später eingehenden Absagen oder Nichtteilnahme am Veranstaltungstag erheben wir den vollen Teilnahmebeitrag.
Die vollständigen AGB finden Sie hier.
Letzte Aktualisierung: 01.07.2026
