Fachtagung Nr. 510-2026

Fachtagung Eltern- und Familienbildung "Wenn Haltung den Unterschied macht: Eltern- und Familienbildung zwischen Dialog, Beziehung und Entwicklung"

Termin: 12.11.2026 in Frankfurt am Main

Familien in Deutschland sind heute so vielfältig wie nie zuvor. Insbesondere in Ballungsräumen prägt eine zunehmende Superdiversität den Familienalltag: Unterschiedliche soziale Hintergründe, vielfältige Familienformen sowie Bildungs- und Lebenserfahrungen treffen aufeinander. Diese Vielfalt eröffnet zahlreiche Chancen. Sie stellt Fachkräfte gleichzeitig vor Herausforderungen bei der angemessenen Begleitung und Wahrnehmung von Familien in ihrer jeweiligen Lebenssituation. In der Eltern- und Familienbildung ist maßgeblich, inwieweit Fachkräfte offen, dialogisch und diversitätssensibel handeln. Eine solche Haltung kann Vertrauen stärken, Beziehungen fördern und Entwicklung ermöglichen. Im Mittelpunkt unserer diesjährigen Tagung steht daher die Frage: Wie kann eine perspektivoffene und wertschätzende Haltung in der Arbeit mit Familien gelingen?

Den Startpunkt der Veranstaltung setzt ein Impulsvortrag zu Faktoren gelingender dialogischer Elternbegleitung von Gośka Soluch (Projektkoordination Bundesprojekt „Verstetigung und Qualitätssicherung von Elternbegleitung“). Der Impuls führt in die dialogische Haltung als zentrales Element der Qualifizierung zur Elternbegleiter:in ein. Im Fokus steht der Unterschied zwischen Dialog und Diskussion: Dialog eröffnet Räume für Zuhören, Verstehen und Perspektivwechsel. Daran anschließend wird Lösungsorientierung thematisiert und die Frage, wie Fachkräfte Familien stärken können, ohne vorschnell eigene Lösungen anzubieten. Der Vortrag zeigt, wie dialogische Haltung Perspektivoffenheit unterstützt – sowohl in der eigenen Haltung als auch der konkreten Kommunikation. Und es wird Bezug zu Diversität hergestellt, als grundlegende Voraussetzung für eine dialogische Praxis, die Beziehung und Entwicklung ermöglicht.

Im Kontext des Impulsvortrages eröffnen wir auch den Raum für einen fachlichen Austausch der Teilnehmenden. Nachmittags laden wir Sie in praxisorientiert angeleiteten Workshops dazu ein, die eigene Rolle zu reflektieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Anregungen für den eigenen Arbeitsalltag mitzunehmen. In drei Workshops beleuchten wir, wie sich Institutionen und Organisationen dialogisch und diversitätssensibel aufstellen können. Wir erarbeiten gemeinsam, wie lösungsorientiert in Beratungssettings mit Familien agiert werden kann und tauschen uns dazu aus, wie diese Perspektiven die Zusammenarbeit pädagogischer Fachkräfte mit Eltern und Familien prägen. Wie gewohnt, möchten wir Ihnen bei unserer Tagung viel Raum zum Erfahrungsaustausch sowie zur Erweiterung des eigenen Fachwissens im Gespräch mit Kolleg:innen bieten.

Wir laden Sie ganz herzlich ein und freuen uns auf einen dialogorientierten Tag, der uns alle ein bisschen gestärkter und sensibler in die Zusammenarbeit mit Familien gehen lässt!

09.30 Uhr        Ankommen

10.00 Uhr        Begrüßung und Einstieg

10.30 Uhr        Impulsvortrag von Gośka Soluch (Paritätisches Bildungswerk BV e.V.) zu „Faktoren gelingender dialogischer Elternbegleitung“

11.30 Uhr        Kaffeepause

11.50 Uhr        Offenes Forum zum Thema „Gelingende Dialoge gestalten“

12.30 Uhr        Mittagessen

13.30 Uhr        Workshops zum Thema „Dialog in der Umsetzung – Perspektiven für die Praxis“ (inkl. Kaffeepause)

Workshop 1: Dialogisch und diversitätssensibel: Wandel in Institutionen

   Cora Maria Malik | Geschäftsführerin Karlstorbahnhof e.V.

Workshop 2: Dialogisch begleiten: Lösungsorientiert mit Familien arbeiten

   Kerem Atasever | Dipl. Kulturarbeiter und Bildungsreferent

Workshop 3: Haltung im Wandel: Diversität sehen, Intersektionalität mitdenken

   Melike Çınar | Politische Erwachsenenbildnerin

16.00 Uhr        Gemeinsamer Abschluss

16.30 Uhr        Ende der Veranstaltung

Workshop 1: Dialogisch und diversitätssensibel: Institutionen im Wandel

In diesem Workshop beleuchten wir, wie sich Institutionen und Organisationen dialogisch und diversitätssensibel aufstellen können. Gemeinsam schauen wir auf Strukturen, Kommunikationswege und alltägliche Routinen: Wer wird erreicht, wer bleibt außen vor und welche Barrieren entstehen möglicherweise unbewusst? Ziel ist es, konkrete Ansatzpunkte zu entwickeln, wie Einrichtungen offener, zugänglicher und stärker im Dialog mit Familien gestaltet werden können.

Das Kulturzentrum Karlstorbahnhof wurde 1995 eröffnet. Der Karlstorbahnhof ist ein Kulturzentrum, das sich für ein respektvolles Miteinander und gegen jede Form von Diskriminierung positioniert. Das Haus soll ein inklusiver Ort sein, an dem sich alle Menschen möglichst angenommen, repräsentiert und sicher fühlen können.

Referentin: Cora Maria Malik | Geschäftsführerin des Karlstorbahnhof e.V.

Workshop 2: Dialogisch begleiten: Lösungsorientiert mit Familien arbeiten

Im Kontext dieses Themas erarbeiten die Teilnehmenden gemeinsam, wie Begleitung in der Eltern- und Familienbildung professionell gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt stehen eine dialogische und lösungsorientierte Haltung sowie konkrete Tools, die diese Haltung in der Praxis unterstützen. Familien werden mit ihren Erfahrungen, Fragen und Ressourcen ernst genommen und aktiv in die Entwicklung eigener Lösungswege einbezogen.

Kerem Atasever arbeitet als freiberuflicher Trainer, Seminarleiter und als Bildungsreferent. Schwerpunkte seiner Arbeit sind interkulturelle Trainingsseminare, Antidiskriminierungs- und Antirassismus-Seminare sowie geschlechterbewusste Jugendbildung.

Referent: Kerem Atasever | Dipl. Kulturarbeiter und Bildungsreferent

Workshop 3: Haltung im Wandel: Diversität sehen, Intersektionalität mitdenken

Unter dem Themenschwerpunkt von Haltung im Wandel setzen wir uns damit auseinander, wie pädagogische Fachkräfte Familien in ihrer Vielfalt wahrnehmen und diskriminierungssensibel begleiten können. Gemeinsam klären wir, was Diversität und Intersektionalität - also Mehrfachbenachteiligung - bedeuten und welche Rolle diese Perspektiven in der Zusammenarbeit mit Eltern und Familien spielen.

Im Fokus steht, welche Bilder, Routinen und Annahmen wir bereits gelernt haben und was wir neu lernen können, um Barrieren, Zuschreibungen und Diskriminierungsformen bewusster zu erkennen.

Ziel ist es, die eigene Haltung zu reflektieren und Impulse für eine zugängliche, wertschätzende Zusammenarbeit mitzunehmen.

Referent:in: Melike Çınar | Politische Erwachsenenbildnerin, Co-Vorsitzende Türkischer Elternverein Berlin-Brandenburg und Mete-Ekşi-Fonds

Uhrzeit: 10:00-16:30 Uhr

Veranstaltungsort: hoffmanns höfe, Frankfurt am Main

Teilnahmebeitrag: EUR 50,- inkl. Getränke und Tagungsverpflegung

Es besteht die Möglichkeit, im Seminarhaus zu übernachten. Bei Interesse buchen Sie bitte Ihre Übernachtung mit Frühstück direkt bei der Tagungsstätte hoffmanns höfe. Auch Abendessen kann individuell gebucht werden. E-Mail: info@hoffmanns-hoefe.de

Sollten Sie an der gebuchten Veranstaltung nicht teilnehmen können, muss eine schriftliche Absage erfolgen. Bei einem Rücktritt bis 6 Wochen vor Beginn entstehen keine Kosten. Bei später eingehenden Absagen oder bei Nichtteilnahme am Veranstaltungstag, bzw. nicht stornierter Buchung, wird der volle Teilnahmebeitrag fällig. Sie haben jedoch die Möglichkeit, eine Ersatzperson zu stellen.

Letzte Aktualisierung: 17.06.2026