Zertifizierte Weiterbildung Zertifikatskurs Nr. 650-2028

Weiterbildungsreihe Traumapädagogik & Traumazentrierte Fachberatung nach dem Curriculum des FVTP e.V. & DeGPT e.V.

Termine

Modul 1: 22.11.2027 - 24.11.2027
Modul 2: 24.04.2028 - 26.04.2028
Modul 3: 26.06.2028 - 28.06.2028
Modul 4: 24.10.2028 - 26.10.2028
Modul 5: 30.01.2029 - 01.02.2029
Modul 6: 24.04.2029 - 26.04.2029
Modul 7: 19.06.2029 - 21.06.2029
Modul 8: 30.10.2029 - 01.11.2029

Ort

in Frankfurt am Main

Zulassungsvoraussetzungen:

  • Pädagogische/pflegerische/medizinisch-therapeutische Grundausbildung, Fachhochschul- oder Hochschulabsolvent:innen aus dem Bereich Erziehung/Psychologie/Pädagogik oder verwandte Bereiche,

  • mindestens 3-jährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld

Beschreibung der Weiterbildung

Überall da wo Menschen sind,
sind auch Menschen mit traumatischen Erfahrungen!

Das gilt besonders für die Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe wie Wohngruppen, Tagesgruppen oder die ambulanten Hilfen. Dies gilt auch für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie etwa Frühförderstellen, Kindertagesstätten, Schulen und die Einrichtungen der Behindertenhilfe. Sowie für Beratungsstellen zu unterschiedlichen Themengebieten wie beispielsweise Migration, Sucht, sexualisierte Gewalt oder Diskriminierungserfahrungen. Und für viele weitere Einrichtungen und Angebote mehr in denen Menschen mit schweren lebensgeschichtlichen Belastungen Unterstützung finden.

Die Mitarbeitenden in den Trägern und den Einrichtungen haben in der Regel eine solide pädagogische Grundausbildung absolviert und einige Jahre an Berufserfahrung. Dennoch geraten psychosoziale Fachkräfte immer wieder an fachliche, emotionale und persönliche Grenzen, besonders wenn sie Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit massiven und außergewöhnlichen Beziehungsstrategien und Verhaltensweisen begleiten und unterstützen.

In 8 thematisch abgestimmten Modulen werden wir uns aus unterschiedlichen Perspektiven im Kern mit den folgenden Fragen befassen:

  • Welche vielschichtigen Auswirkungen haben Trauma und Gewalt, insbesondere im Kontext von Bindung und Entwicklung?

  • Wie wirken sich diese Erfahrungen auf pädagogische Beziehungen aus?

  • Wie können wir Kinder Jugendliche und junge Erwachsene die traumatische Erfahrung gemacht haben unterstützen und begleiten, um einen für sich konstruktiven und positiven Umgang mit den Auswirkungen dieser Erfahrungen zu finden.

  • Was brauche ich als pädagogische Mitarbeiter*in, was brauchen aber auch pädagogische Systeme, vom Team bis zur Gesamt-Einrichtung, um sich immer wieder Handlungswirksam in der Arbeit mit Trauma und Gewalt erleben zu können?

Traumapädagogik ist eine Bewegung, die seit nunmehr über 20 Jahren von Menschen aus der Pädagogischen Praxis und durch wissenschaftlich arbeitende Personen entwickelt wurde und fortwährend weiterentwickelt wird. Der Aufbau der Module und Inhalte folgt den Kriterien des Curriculum Der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (www.degpt.de) und dem Fachverband für Traumapädagogik (https://fachverband-traumapaedagogik.org).

Vermittlung der Inhalte und Methoden

Die Vermittlung der Inhalte fußt auf seminaristischer Basis. Die Module werden durch den Einsatz verschiedener Methoden und Settings abwechslungsreich gestaltet.

  • Theorieinput durch Vortrag

  • Diskussion

  • Kleingruppenarbeit

  • Körperübungen zur Entspannung oder Aktivierung

  • Imaginationsübungen

  • Ressourcenübungen

  • Stabilisierungsübungen

  • Eigenreflexion

  • Fallsupervision

Weiterbildungsgruppe

Die Weiterbildungsgruppe besteht aus maximal 18 Teilnehmer innen.

Arbeitsmaterialien

Für jedes Modul werden themenspezifische Folien und Arbeitsmaterialen in ausgedruckter Form und digital zur Verfügung.

Eine Auswahl an Literatur und/oder Arbeitsmaterial für die pädagogische Arbeit wird im Seminarraum ausgelegt.

Abschlussvoraussetzungen

  • Die Teilnahme an den Modulen

  • Ausarbeitung einer schriftlichen Fallarbeit

  • Teilnahme an Fallsupervision und Eingabe einer Fragestellung

  • Erarbeitung und Durchführung eines Praxisprojektes mit anschließender Präsentation

Modul 1: Einführung in die Traumapädagogik vom 22.-24.11.2027 (24UE)

  • Kennenlernen der Lerngruppe

  • Kennenlernen der Inhalte der Weiterbildung

  • Einführung in die Psychotraumatologie

  • Was passiert im Kopf und im Körper? Was sind Folgen von Traumatisierungen?

  • Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung: Einführende und Grundlegende Bausteine und Einordnungen

  • Päd. Umgang mit Traumafolgen am Beispiel Flashback

  • Handlungsfelder der Traumapädagogik

  • Übungen/Kleingruppenarbeit

  • Körperübungen

  • Ressourcen- und Stabilisierungsübungen

Modul 2: Übertragung & Gegenreaktion vom 24.-26.04.2028 (24UE)

  • Rückblick in das vorangegangene Modul

  • Theorie und Praxis des Traumapädagogischen diagnostischen Verstehen

  • Theorie zur Übertragung und traumatischen Übertragung

  • Die Arbeit mit der Gegenreaktion

  • Besondere Belastungen in der päd. Arbeit

  • Institutionelle Selbstfürsorge

  • Übungen/Kleingruppenarbeit

  • Körperübungen

  • Fallsupervisionen

  • Ressourcen- und Stabilisierungsübungen

Modul 3: Trauma und Bindung vom 26.-28.06.2028 (24UE)

  • Rückblick in das vorangegangene Modul

  • Geschichtliches und aktuelles zur Bindungstheorie

  • Aufgaben der Bindungsentwicklung vom Säuglingsalter bis ins junge Erwachsenenalter

  • Bindungstraumatisierung

  • Eigenreflektion

  • Co Regulation als pädagogische Aufgabe

  • Gestaltung von Kontakt und Beziehungsangeboten

  • Übungen Kontakt und Bindung

  • Körperübungen/Kleingruppenarbeit

  • Fallsupervisionen

  • Ressourcen- und Imaginationsübungen

Modul 4: Selbstbemächtigung & Gruppe vom 24.-26.10.2028 (24UE)

  • Rückblick in das vorangegangene Modul

  • Theorie der Selbstbemächtigung

  • Wie erkläre ich Kindern und Jugendlichen das 3gliedrige Gehirn?

  • Körperumriss/Lebkuchenfigur

  • Triggerlandkarten usw.

  • Arbeit mit den Sinnen, Gefühlen und Körperempfindungen

  • Die zerstörerische und tragende Kraft der Gruppe

  • Umgang mit Regeln

  • Haltgebende Strukturen

  • Umgang mit Sozialer Angst

  • Themenspezifische Gruppenarbeit

  • Gruppenreflexionsmethoden

  • Übungen/Kleingruppenarbeit

  • Körperübungen

  • Fallsupervisionen

  • Ressourcen- und Stabilisierungsübungen

Modul 5: Diagnostisches Verstehen, Fallberatung & Supervision vom 30.01.-01.02.2029 (24UE)

  • Rückblick in das vorangegangene Modul

  • Theorie der Dissoziation

  • Modelle von Multiplizität

  • Trauma und Körper

  • Trauma und Sucht

  • Umgang mit den Gefühlen Schuld und Scham

  • Spaß und Freude

  • Übungen/Kleingruppenarbeit

  • Körperübungen

  • Fallsupervisionen

  • Ressourcen- und Stabilisierungsübungen

Modul 6: Trauma und Dissoziation / Traumatherapie vom 24.-26.04.2029 (24UE)

  • Rückblick in das vorangegangene Modul

  • Merkmale Transgenerationaler Traumaweitergabe

  • Wege der Weitergabe

  • Arbeit mit Komplex Traumatisierten Systemen

  • Herausforderungen und Anforderungen an die Pädagog*innen

  • Diagnostische Klassifikationen

  • Traumatherapeutische Verfahren

  • Möglichkeiten der Vernetzung und Zusammenarbeit

  • Arbeit mit Krisen

  • Übungen/Kleingruppenarbeit

  • Körperübungen

  • Fallsupervisionen

  • Ressourcen- und Stabilisierungsübungen

Modul 7: Transgenerationale Weitergabe und Elternarbeit vom 19.-21.06.2029 (24UE)

  • Rückblick in das vorangegangene Modul

  • Allgemeine Beratungsansätze und Gesprächsführungsmethoden

  • Traumasensible Gestaltung des Beratungssettings

  • Beratungssettings für Kinder und Jugendliche gestalten

  • Entwicklung einer traumasensiblen und diskriminierungssensiblen Sprache

  • Beratungsangebote für ausgewählte Personengruppen

  • Abschiedsprozesse

  • Grenzen der traumazentrierten Beratung und Möglichkeiten der Vernetzung

  • Übungen/Kleingruppenarbeit

  • Körperübungen

  • Fallsupervisionen

  • Ressourcen- Imagination- und Stabilisierungsübungen

Modul 8: Kolloquium vom 30.10.-01.11.2029 (24UE)

  • Praxisprojekte: Traumapädagogik in der beraterischen und gruppenpädagogischen Praxis

  • Auswertung der Weiterbildung und eigene Visionen für die traumapädagogische Arbeit in Beratung und/oder der pädagogischen Gruppenarbeit

  • Abschied

Referent:innen:

Jacob Bausum, Erzieher, Sozialarbeiter, Traumapädagoge, praktische Erfahrung in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Pädagogik und Jugendhilfe. Langjährige Erfahrung als Referent zu den Themen der Traumapädagogik. Zwei Themen Schwerpunkte sind `Trauma und Gruppendynamik´ und `sexualisiert grenzverletzende Kinder und Jugendliche´. Herausgeber und Autor traumapädagogischer Fachliteratur. Mitglied im Vorstand des Fachverband Traumpädagogik. Mitglied des Werkraum Pädagogik/Netzwerk Traumapädagogik.

Tanja Kessler, Erzieherin, Sozialarbeiterin, Traumapädagogin (DeGPT/FVTP), Somatic Experiencing Practioner, Yogalehrerin i. A. mit Schwerpunkt traumasensibles Yoga. Praxiserfahrung in unterschiedlichen Feldern der pädagogischen Arbeit. Herausgeberin und Autorin traumapädagogischer Fachliteratur. Mehrjährige Tätigkeit als Referentin in Weiterbildungen zur Traumapädagogik. Mitglied des Werkraum Pädagogik/Netzwerk Traumapädagogik.

Christopher Krech, M.A. phil., Traumapädagoge (DeGPT/Fachverband Traumapädagogik), Systemischer Berater, Coach & Supervisor (DGSF), trained facilitator of LEGO® SERIOUS PLAY® method and materials. Langjährige Erfahrungen in der offenen Kinder- und Jugendhilfe sowie im Bereich ambulanter Jugendhilfe. Langjährige Tätigkeit als Referent in Fort- und Weiterbildungen zur Traumapädagogik. Seit 2015 kontinuierliche supervisorische Praxis mit Schwerpunkt stationäre Jugendhilfe. Moderation und Prozessbegleitung in selbstorganisierten Zusammenhängen. Mitglied des Werkraum Pädagogik/Netzwerks Traumapädagogik.

Veranstaltungsort:

hoffmanns höfe, Frankfurt am Main

Seminarzeiten:

1. Tag: 11:00-18:00 Uhr, 2. Tag: 09:00-17:30 Uhr, 3. Tag: 09:00-15:30 Uhr

Teilnahmebeitrag:

3.625,- € inkl. Seminargetränke und Kuchen zzgl. 50,- € Zertifikatsgebühr

Sie haben Fragen? Melden Sie sich gerne bei uns!

Emma Kern

Seminarorganisation Fachliche Fortbildung

Foto der Geschäftsführerin Angela Merkle

Angela Merkle

Geschäftsführerin

Es besteht die Möglichkeit, im Seminarhaus zu übernachten. Bei Interesse buchen Sie bitte Ihre Übernachtung mit Frühstück direkt bei der Tagungsstätte hoffmanns höfe. Auch Abendessen kann individuell gebucht werden. E-Mail: info@hoffmanns-hoefe.de

Rücktritt: Die Kündigung muss mindestens 6 Wochen vor Veranstaltungsbeginn in Textform erfolgen. Geht die Absage später als 6 Wochen vor Veranstaltungsbeginn ein, erheben wir eine Ausfallgebühr von 80 % des Gesamtbetrages. Bei einem Rücktritt von 3 Wochen vor Beginn wird der volle Teilnahmebetrag fällig. Ein Rücktritt während der laufenden Kursreihe kann nur durch einen außerordentlichen Kündigungsgrund erfolgen.

Die vollständigen AGB finden Sie hier.

Letzte Aktualisierung: 17.07.2026